Samstag 06.04.19 | Musikalische Hommage an Rosa Luxemburg /in Kooperation mit RLS BW

Beginn: 20 Uhr

SAGEN WAS IST
eine Hommage an ROSA LUXEMBURG
mit Blick auf eine unvollendete Revolution mit Gina Pietsch (voc) & Frauke Pietsch (p)


Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden, sagte Rosa Luxemburg.  Sie wird es so gemeint haben, wie der große Saint Just: Pas de liberté pour les ennemis de la liberté – Keine Freiheit für die Feinde der Freiheit.
Drei Jahre und vier Monate ihres kurzen Lebens saß Rosa in Gefängnissen und Festungen, in Warschau, Berlin, Wronke und Breslau. Warum? Der Berliner Polizeipräsident 1916 hatte keine Zweifel daran, dass die Luxemburg eine der gefährlichsten und rührigsten Agitatorinnen des extrem-radikalen Flügels der Sozialdemokratie sei. Lenin, der um eine Reihe ihrer Irrtümer hinsichtlich der russischen Revolution wusste, hörte nie auf, sie für einen Adler unter Hühnern zu halten, der den Kommunisten in der ganzen Welt immer teuer sein wird. Dass Stalin verächtlich vom „Luxemburgismus“ sprach, hatte schlimme Auswirkungen für die auch sehr späte Rezeption ihrer Werke in der DDR. Wir sehen in ihr eine der wichtigsten und charismatischsten Persönlichkeiten in der deutschen Arbeiter- und Antikriegsbewegung, den Inbegriff des Kampfes für Frieden. Die die Kriege führten, nannten sie die blutige Rosa, Wir, denen sie nahe ist, nennen sie gerne einfach Rosa, oder wie Brecht Die rote Rosa. Hannah Arendt meint: Für Rosa Luxemburg war die Welt von sehr großer Wichtigkeit, sie interessierte sich überhaupt nicht für sich selbst. Dem wollen wir widersprechen, denn die Tausende ihrer Briefe sprechen viel von ihren Lieben, zu Leo, zu Kostja, zu Paul und Hans, zu Sonitschka, zu Wolken und Pflanzen, zu Goethe und Chopin und immer zu tüchtiger, intensiver Arbeit, die einen ganz in Anspruch nimmt mit Hirn und Nerven als vom größten Genuss im Leben. Als sie 17 war, konnte man Folgendes von ihr lesen: „Mein Ideal ist eine Gesellschaftsordnung, in der es mir vergönnt sein wird, alle zu lieben.“ Und Leo Jogiches, den sie liebte, erfährt, sie wolle auf die Menschen wie ein Blitz wirken, nicht durch Pathos, sondern durch die Weite der Sicht, die Macht der Überzeugung und die Kraft des Ausdrucks. Wer sie liest, weiß, dass sie sich diesen Wunsch erfüllen konnte und uns. Sicher in unvorstellbarer Weise mehr, wenn sie sie nicht umgebracht hätten. Das Ende jedes Menschen ist schlimm, das dieser körperlich kleinen und lebenslang gehbehinderten – eine Biografin sagt, dreifach Stigmatisierten, als Frau, als Jüdin, als Krüppel – aber eben ungeheuer starken, weisen, mutigen, lebens- und liebensfrohen Frau, ist ein schwer beschreibbarer Verlust für uns bis heute.

Gina Pietsch  Sängerin und Schauspielerin Germanistik- und Musikstudium, Karl-Marx-Universität Leipzig; Studium im Fach Chanson bei Gisela May an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ zu Berlin; wichtigster Lehrer Ekkehard Schall; Schauspielabschluss an der HS für Schauspielkunst „Ernst Busch“; dort von 1992 bis 2010 Lehrtätigkeit im Fach Gesang und Interpretation; seit 2011 wiederholt Lehrtätigkeit im selben Fach an der Filmuniversität Babelsberg „Konrad Wolf“ zahlreiche Arbeiten für Rundfunk und Fernsehen; siebzig Soloabende, dreißig davon zu Brecht die weiteren basierend u.a. auf Texten und Musiken von Bachmann, Braun, Degenhardt, Fried, Gernhardt, Goethe, Hacks, Heine, Henning, Kabarett, Kempner, Luther, Luxemburg, Marx, Pellert, Schrader, Schumann, Theodorakis, Tucholsky gespielt bzw. inszeniert u.a. am Schloßpark-Theater Berlin, am Kabarett Halle, am Städtebundtheater Hof, am Schloßtheater Celle und am Stadttheater Fürth, am Staatstheater Cottbus; ihre Inszenierung des Brecht-Abends „Die Ware Liebe“ am Stadttheater Fürth erhielt den Bayrischen Theaterpreis 1998
Brecht-CD „Alles wandelt sich“ 1991 Brecht-CD „Klampfenlieder bei Brecht“ 1997 Weihnachts-CD „Jesus macht nicht mehr mit“ 2001 Folkerts-CD „Pietsch singt Folkerts“ 2002 Brecht-CD „Er hat Vorschläge gemacht“ 2007 Hacks-CD „Was träumt der Teufel“ 2009 Hörbuch S. Rückert „Unrecht im Namen des Volkes“ 2007 Hörbuch Hartmut Reiber „Grüß den Brecht“ – Das Leben der Margarete Steffin 2009 Bardo-Henning-CD „Lieder der Verschollenen“ 2015 Autobiografie „Mein Dörfchen Welt“ 2017. Einen Überblick über die z.Zt. buchbaren Produktionen von/mit Gina Pietsch erhalten Sie hier: http://ginapietsch.de/  
Frauke Pietsch
Musik- und Kommunikationswissenschaftlerin M.A. TU Berlin 1997 Lakota Studies, Oglala Lakota College USA 1994 Volontariat Jugendradio DT64, Regieassistenz Loft TV Stadtführungen Berlin & Potsdam (deutsch & englisch) Besucherbetreuung Bundespresseamt seit 1997 Vollzeit-Übersetzerin, Berlin/Dublin Kulturorganisation, Klavierspiel seit 1980, erste Engagements 1990, Gesang seit 1992, eigene Arrangements und Kompositionen seit 2012 seither in unterschiedlichen Besetzungen aktiv.   http://fraukepietsch.de


Tickets gibt es bei Keyvent

Nach oben

Suche

« Januar 2019 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31