Donnerstag 17.12.15 | Vernissage RoW alias Roald Weinstock

RoW alias Roald Weinstock ist ein Sohn der Stadt Heilbronn. Schon in der Grundschule in Sontheim beeindruckte er mit seiner künstlerischen Begabung. Später zog es ihn zum Studium nach Ludwigsburg, wo er sich unter den Professoren Hofmann, Straßner, Burkhardt als exzellenter Maler einen Namen machte. Ich würde ihn jedoch als Allround-Künstler bezeichnen. Mancher Unterländer errinnert sich auch noch an einen gefragten Gitarristen, der sich in diversen Heilbronner Bands hervortat. So ist er eigentlich bis dato zwischen beiden Genres immer wieder hin und hergerissen.
Als Elke Bauschert ihm die Möglichkeit einer Ausstellung angeboten hat, mußte ich ihn dazu regelrecht überreden.

In seiner Serie „State of play - der Stand der Dinge“ und „The Times, They Are A-changin““ zeigt RoW, dass er nicht nur im Umgang mit der Farbe sondern auch im Umgang mit der Linie - also auch als Zeichner - ein wahrer Meister ist. Dabei verwendet er nicht mehr die bisher üblichen Werkzeuge des Zeichners, sondern er bedient sich zeitgemäß des digitalen Zeichentabletts. Das Tablett ersetzt den Zeichenstift, aber nicht die Handarbeit. Auch die Farbgebung geht mit der Hand vonstatten. So wurde nur bei „Die Alleinerziehende“ ein Foto als Hintergrund verwendet. Ausgedruckt wird das Ganze dann hochauflösend auf Forex oder Kapa. Soviel zur Technik.

Jetzt zum Inhalt:
Die RoW-Ausstellung zeigt gesellschaftskritische karikatureske Bilder, die zum Nachdenken anregen sollen. Der Kenner sieht die Nähe zu George Grosz „Stützen der Gesellschaft“, Otto Dix und vor allem auch zu Tomi Ungerer „Babylon“, dem genialen elsässischen Zeichner.
Sehr direkt zeigt RoW die „Auswüchse“ der Gesellschaft, des „Homo Sapiens“. RoW hält der Gesellschaft einen Spiegel vor und schreckt natürlich vor der „häßlichen Fratze“ nicht zurück. Er legt den Finger in die Wunde. Mich hat besonders „Das Ritual“ beeindruckt, bei dem es nicht um die Beschneidung des Mannes „besten Stückes“ geht, sondern um das „Amputieren“ des kleinen Fingers, was als großer Freudentag begrüßt wird - das Beschneidungsthema vor einiger Zeit das Hauptthema in den Medien - ist ja inzwischen völlig in Vergessenheit geraten. Offenbar doch ein zu heißes Eisen für die Poltitik! Mit „The Times, They Are A-changin“ (nach Bob Dylan) nimmt RoW gekonnt den Zeitgeist aufs Korn.
Es bekommt eigentlich jeder irgendwie sein „Fett“ weg und seien wir ehrlich: Das ist der Stande der Dinge!

Aber liebe Kunstfreunde, seht doch bitte selbst ...

Anton Jilllch

Mehr in dieser Kategorie: Freitag 18.12.15 | Cave 61 Jazzkonzert »
Nach oben

Suche