Dienstag 10.11.15 | Koki Film - Die Piroge

F/SN 2012, 87‘, FSK: o.A.
R: Mousa Touré
B: Abasse Ndione u.a.
D: Souleymane Seye Ndiaye, Malamine Drame, Laïty Fall u.a.

Tourés Film zählt zu den Flüchtlingsdramen, die ihr Sujet in einer Synthese von Tatsachen und Fiktion authentisch umsetzen. Im Unterschied zu vielen anderen Spielfilmen über die „Reise der Hoffnung“ nach Europa nimmt er dabei konsequent den „Blickwinkel des Südens“ ein.
Für das Drehbuch hat der Regisseur Motive der 2008 in französischer Sprache erschienenen Romanerzählung „Mbeke mi. A l’assaut des vagues de L’Atlantique“ von Abasse Ndione aufgegriffen. Touré liegt besonders am Herzen, die Verhältnisse im eigenen Lande als Ursache der Migration zu zeigen, hat sich dort doch aus sehr vielen Familien „jemand mit einem Boot auf den Weg gemacht, um sein Glück in Europa zu suchen“. Die im Abspann des Films genannten Zahlen für den Zeitraum 2005 bis 2010 – von 30.000 Flüchtlingen kamen mehr als 5000 ums Leben – sprechen eine deutliche Sprache.
Der Realität hinter den Zahlen, den Schicksalen von Individuen will der Film mit Hilfe der ihm eigenen erzählerischen Mittel Ausdruck und Gestalt verleihen. Tourés Film zielt auf etwas Universelles, sie (die Realität) ist „schmerzhaft individuell – über die einzelnen Flüchtlinge auf dem Boot – und gleichzeitig unermesslich, da die Erfahrung, die sie schildert, von Millionen Menschen auf der Welt geteilt wird.“ (EZEF, New York Times)

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